Was ist AGILE?

Agilität gilt als die Antwort schlechthin in der sogenannten VUCA-Welt, in der die Entwicklung neuer Produkte stetig neuen und veränderten Anforderungen ausgesetzt ist. Doch was ist „Agile“? Welche Methoden und Frameworks gibt es und wie können Unternehmen diese für sich nutzbar machen? Agiles Vorgehen ist schließlich viel mehr als eine reine Prozessoptimierung. Deswegen steht am Anfang einer möglichen agilen Transformation immer die Frage:

Wieso agiles Arbeiten?

Agiles Arbeiten bietet mehrere unübersehbare Vorteile: Die Produktentwicklung findet flexibler statt, da sie inkrementell, iterativ und in kurzen Zeitzyklen, sogenannten Sprints, erfolgt. Auch ist beim agilen Vorgehen die Chance größer, dass der Kunde am Ende auch mit dem Produkt zufrieden ist. Dadurch ergibt sich zwar keine schnellere Entwicklung. Allerdings wird das Gesamtprodukt auf agile Art und Weise deutlich effizienter und damit budgetschonender entwickelt – gerade, weil der Kunde am Ende mit Sicherheit zufrieden ist und keine zeit- und budgetintensiven Änderungen mehr wünscht.

Zu den Trainings Agile Foundation 

Zu den Trainings Agile Leader 

Klassisches vs. agiles Projektmanagement

Stellen wir agiles Arbeiten und das klassische Wasserfallmodell gegenüber, entdecken wir sofort einige grundlegende Unterschiede. Nach dem traditionellen Ansatz arbeiten wir in sequenziellen, linearen Phasen. Das bedeutet: Sobald eine Phase abgeschlossen ist, geht die Entwicklung in die nächste Phase über. Abgeschlossene Phasen werden nicht weiter betrachtet. Das bedeutet auf der einen Seite, dass schon zu Beginn des Projektes feststeht, was entwickelt werden soll, bis wann und mit welchem Budget. Dies soll für Planungssicherheit sorgen.

Auf der anderen Seite heißt das auch, dass sich ändernde Wünsche im klassischen Modell gar nicht vorgesehen sind: Wenn schon in der ersten Phase der Entwicklung darüber entschieden wird, was genau am Ende der letzten Phase herauskommen soll, gibt es keinen Spielraum. Zudem dauert die gesamte Entwicklung oft so lange, dass sich die Wünsche des Kunden in der Zwischenzeit unbemerkt geändert haben. Bekommt der Kunde das fertige Produkt also erst am Ende zu Gesicht, ist er häufig nicht damit zufrieden – obwohl es vielleicht genau dem entspricht, was er ursprünglich beauftragt hatte. Wie kann agiles Arbeiten diese Probleme aushebeln?

Was bedeutet agiles Arbeiten?

Agiles Arbeiten bedeutet unter anderem permanenten Kundenkontakt, regelmäßiges Feedback und eine inkrementelle Entwicklung. Das heißt: Statt eines großen Mammutproduktes entsteht zunächst ein kleines, funktionsfähiges Teilprodukt, das mit der Zeit wächst. Beim agilen Arbeiten wird in kurzen Zeiträumen schleifenartig immer wieder ein Prozess durchlaufen, der den Phasen des Wasserfallmodells ähnelt: Von der Aufnahme der Anforderungen über Design und Planung bis zur Qualitätsprüfung. Und jedes Mal, wenn der agile Prozess durchlaufen ist, bekommt der Kunde das fertige kleine Produkt zu sehen, kann Feedback geben und neue Wünsche äußern.

Daraus folgt, dass der Kunde bei der agilen Vorgehensweise nicht erst Monate nach dem Beauftragen des Produktes etwas in die Hand bekommt. Läuft die Entwicklung in eine unerwünschte Richtung, kann er rechtzeitig steuernde Kritik äußern und seine Wünsche spezifizieren. Zudem ergibt sich der Vorteil, dass zu jedem Zeitpunkt X bereits ein fertiges, funktionsfähiges Teilprodukt existiert. Wird die Entwicklung beispielsweise seitens des Kunden auf Eis gelegt, hat er auf dem agilen Weg dennoch etwas für sein Geld bekommen. Folgt die Entwicklung dem klassischen Wasserfallmodell, erhält er vielleicht nur Gantt-Charts und ein grobes Design oder ein Produkt, das nicht funktionsfähig ist. Auch dadurch werden agile Arbeitsweisen für Unternehmen immer attraktiver.

Welche agilen Methoden gibt es?

Heutzutage, über 20 Jahre nach Verfassen des Agilen Manifests, existiert eine Vielzahl agiler Methoden, Frameworks und Best Practices. Zu den bekanntesten zählen Scrum und Kanban. Aber auch Innovationsmethoden wie Design Thinking oder Techniken zur Entscheidungsfindung wie Liberating Structures sind den agilen Methoden zuzuordnen. Zudem gibt es sogenannte Hybridmethoden wie PRINCE2 Agile, die die Planungssicherheit des klassischen Projektmanagements mit der agilen Welt verbinden.

Häufig fällt es schwer, aus der Fülle von Möglichkeiten die passende für das eigene Unternehmen auszuwählen. Daher bieten sich für Entscheider Überblicksschulungen wie etwa die SERVIEW Agile Foundation an, in denen das agile Mindset sowie verschiedene agile Methoden kurz und knackig mit ihren Vor- und Nachteilen vermittelt werden. So ergibt sich schnell eine Entscheidungsgrundlage, ob und welche agilen Methoden sich für die eigene Organisation eignen.

Ist Agilität also die Antwort auf alle Probleme?

Agiles Arbeiten bietet zahlreiche Vorteile. Doch die agile Vorgehensweise allein entscheidet nicht über Erfolg oder Scheitern eines Projekts oder Produkts. Jedes Unternehmen muss sich die ehrliche Frage stellen, ob sich das agile Vorgehen überhaupt eignet. Denn agiles Arbeiten bedeutet mehr als flexiblere, kundennähere Prozesse. Dahinter steht eine ganze Haltung: das agile Mindset. Menschenzentriert, fehlerfreundlich, Veränderungen willkommen heißend. Respekt und Mut werden zum agilen Vorgehen ebenso gebraucht wie das Vertrauen in sich selbst und die Fähigkeiten anderer. Auch deshalb wird eine Organisation nicht vom einen auf den anderen Tag agil. Außerdem gibt es Produkte, die sich auf klassische Art wesentlich zielstrebiger umsetzen lassen: Das Fundament eines Hauses etwa kann getrost im klassischen Modell entwickelt werden. Bei der Inneneinrichtung hingegen können agile Methoden klare Vorteile haben.

Wollen Sie diese Vorteile für sich nutzen? Dann kommen Sie in eine unserer agilen Schulungen – etwa zu Scrum. Wir freuen uns auf Sie!

Zu den Trainings Agile Foundation 

Zu den Trainings Agile Leader