Anforderungen an KI-Systeme – Was ist anders?


Grafik ISO42001 & IREB Anforderungen an KI Systeme - Was ist anders?

Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern Alltag in vielen Unternehmen. Doch wer KI einführt, merkt schnell: Die Anforderungen an solche Systeme unterscheiden sich deutlich von klassischen IT-Lösungen. Es reicht nicht aus nur Funktionen zu beschreiben, vielmehr rücken Themen wie Datenqualität, Transparenz, Ethik und Verantwortung in den Vordergrund.

In diesem Artikel erfahren Sie, worin sich Anforderungen an KI-Systeme unterscheiden, welche neuen Perspektiven dabei wichtig werden und wie ein strukturiertes Vorgehen, zum Beispiel nach IREB® oder ISO/IEC 42001, Klarheit und Sicherheit schafft.


Was unterscheidet klassische IT von KI?

Klassische IT-Systeme folgen festen Regeln. Man beschreibt Funktionen, definiert Abläufe, prüft Ergebnisse. Anforderungen lassen sich präzise formulieren: was soll passieren, wann, wie und durch wen?

Bei KI-Systemen ist das anders. Denn hier geht es um Systeme, die lernen, Muster erkennen und eigenständig Entscheidungen treffen. Ihr Verhalten ist oft probabilistisch statt deterministisch. Das bringt neue Herausforderungen mit sich:

  • Die Ergebnisse können je nach Datenlage variieren.
     
  • Entscheidungen sind nicht immer transparent nachvollziehbar.
     
  • Trainingsdaten und deren Qualität beeinflussen maßgeblich das Systemverhalten.
     
  • Es besteht das Risiko von Diskriminierung, Verzerrung oder unerwünschten Nebenwirkungen.

Daher müssen auch die Anforderungen an KI-Systeme neu gedacht werden.


Neue Perspektiven im Anforderungsmanagement

Wenn Unternehmen KI-Systeme planen, sollten sie ihre Anforderungen gezielt erweitern. Klassische funktionale und nicht-funktionale Anforderungen bleiben wichtig, doch sie reichen nicht mehr aus. Es kommen weitere Dimensionen hinzu:

  • Transparenz: Wie kann nachvollziehbar gemacht werden, wie Entscheidungen zustande kommen?
     
  • Nachhaltigkeit: Welche Auswirkungen hat der Einsatz auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt?
     
  • Datenverantwortung: Welche Anforderungen gelten an Datenquellen, Anonymisierung und Trainingsprozesse?
     
  • Kontrollmechanismen: Wie kann sichergestellt werden, dass sich das System erwartungsgemäß verhält?

Solche Anforderungen lassen sich nicht mit einer Checkliste abarbeiten. Sie erfordern interdisziplinäres Denken und ein strukturiertes, methodisches Vorgehen.


Standards als Orientierung: IREB und ISO/IEC 42001

Die gute Nachricht: Auch für die besonderen Anforderungen von KI-Systemen gibt es inzwischen bewährte Frameworks. Zwei davon sind besonders relevant:

  • IREB vermittelt ein fundiertes methodisches Vorgehen für professionelles Requirements Engineering. Es hilft dabei, Anforderungen sauber zu erheben, zu dokumentieren und gemeinsam mit Stakeholdern abzustimmen, auch in komplexen Projekten.
     
  • ISO/IEC 42001 ist der neue internationale Standard für ein KI-Managementsystem. Er bietet Orientierung bei ethischen, rechtlichen und organisatorischen Anforderungen und schafft die strukturelle Basis für vertrauenswürdige KI.

Beide Standards ergänzen sich. Gemeinsam ermöglichen sie es, KI-Projekte transparent, verantwortungsvoll und zielgerichtet umzusetzen.


Fazit: Anforderungen weiterdenken lohnt sich

Künstliche Intelligenz eröffnet viele Chancen – stellt Unternehmen aber auch vor neue Fragen. Wer Anforderungen an KI-Systeme mit Weitblick formuliert, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Gutes Anforderungsmanagement schafft Klarheit, fördert Vertrauen und verhindert Risiken. Es verbindet technische Machbarkeit mit gesellschaftlicher Verantwortung – und sorgt dafür, dass KI-Systeme auch in Zukunft den Menschen dienen, nicht umgekehrt.


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Sie möchten wissen, warum Requirements die Basis für erfolgreiche Projekte sind und wie der IREB-Standard dabei unterstützt? Dann lesen Sie den Artikel:
IREB einfach erklärt: Warum Requirements die Basis für erfolgreiche Projekte sind


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